Stellungnahme des Kirchenvorstands zum geplanten KKE-Verkauf

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Nach dem Beschluss des Contilia-Aufsichtsrats, die Katholische Klinikum Essen GmbH (KKE) verkaufen zu wollen, teilt der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Johann Baptist mit:

„Die Nachricht über die geplante Veräußerung der KKE hat uns sehr überrascht. Schließlich hatten uns noch im Dezember KKE- und Contilia-Vertreter bekräftigt, dass die Planungen für den Neubau weiter voranschreiten. Wir werden nun Contilia und KKE zu einem Gespräch einladen, um aus erster Hand zu erfahren, wie man sich dort den weiteren Verlauf des Projektes vorstellt.

Zunächst besteht jedoch bei uns kein Handlungsdruck: Der Kaufvertrag sichert uns weitreichende Rechte zu. Und derzeit ist keine Voraussetzung gegeben, um eine Rückabwicklung fordern oder gar einleiten zu können. Hinzu kommt: Der Kirchenvorstand hat sich in seiner Sitzung am 15. Januar noch einmal einstimmig hinter das Projekt gestellt: Wir stehen grundsätzlich hinter der Planung, in Essen-Altenessen ein neues Krankenhaus mit einer neuen Kirche zu errichten. Gleichzeitig werden wir die weitere Entwicklung sehr genau beobachten, um sicherzustellen, dass die Interessen der Pfarrei berücksichtigt und die mit dem Kaufvertrag verbundenen Zusagen und Absichten eingehalten werden. Solange sich an diesen grundlegenden Prämissen nichts ändert, gibt es vorerst keinen Anlass – und auch keine Handhabe – in eine andere Richtung zu agieren.“

Tipp der Redaktion:
Weitere Informationen zum KKE-Verkauf erhalten Sie hier:
www.johannbaptist.de/fragen-und-antworten-zum-geplanten-kke-verkauf

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3 Kommentare

  1. Michael Beck am

    Antwort auf Kommentar von T. Przybilla

    Sehr geehrter Herr Przybilla,

    nicht nur als Redaktion, sondern vielmehr auch als Gremienvertreter freuen wir uns immer sehr, wenn sich Pfarreimitglieder und Interessierte an Diskussionen beteiligen, sei es bei Pfarrversammlungen, öffentlichen Gremiensitzungen oder einfach als Kommentar auf unserer Internetseite. Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung, ganz gleich ob Lob oder Kritik. Dieses Recht setzt aber auch da Grenzen, wo unwahre Tatsachen behauptet und verbreitet werden oder Personen gezielt diffamiert werden sollen.

    Trotz vieler unwahrer Tatsachenbehauptungen in Ihrem Kommentar, die nach der zuvor genannten Abgrenzung eigentlich gegen eine Veröffentlichung sprechen, haben wir uns dennoch dazu entschlossen, diesen auf der Internetseite der Pfarrei zu veröffentlichen. Und natürlich möchten wir Ihren Beitrag nicht unkommentiert so stehen lassen. Nach der Stellungnahme von Ulrich Hütte möchte ich – nicht stellvertretend für, aber aus Sicht des Pfarrgemeinderates – gern folgendes ergänzen:

    Zum Pfarreientwicklungsprozess schreiben Sie, es würde „gerade offensichtlich versucht, das angepasste Votum in eine bestimmte Richtung zu lenken“ und man „beschäftige sich ausschließlich mit dem Erhalt von St. Hedwig“. Dazu kann ich Ihnen bestätigen, dass dem nicht so ist. Der Pfarrgemeinderat einschließlich des Sachausschusses „Standortentwicklung“, in dem auch ich mitwirke, haben das gemeinsame Ziel, für ALLE unsere Kirchstandorte innerhalb der Pfarrei zukunftsfähige Lösungen zu finden. Im Gespräch waren dabei viele Ideen, wie etwa der Neubau des Kindergartens in Herz Mariä oder eine mögliche (Um)Nutzung der Kirche Herz Jesu durch die Universität Duisburg-Essen.

    Nach den mit dem Verkauf von Grundstück und Kirche St. Johann Baptist veränderten Rahmenbedingungen kam aber auch selbstverständlich ein möglicher Erhalt der Kirche St. Hedwig wieder in Betracht. Aber dies ist ja nicht neu, ganz im Gegenteil… schließlich hatten sich schon die damalige PEP-Steuerungsgruppe sowie die Gremien unserer Pfarrei für einen möglichen Erhalt der Kirche stark gemacht. Und dies gewiss nicht, nur weil die Kirche unter Denkmalschutz steht. Im Schreiben an den Bischof hieß es damals:

    […] in Kenntnis aller negativen Kostendetails erachten wir die Kirche St. Hedwig als erhaltenswert. Die Innenarchitektur ist für eine moderne Gottesdienstgestaltung sehr gut geeignet und überzeugt mit künstlerisch wertvollen Aspekten. Die im Votum formulierten pastoralen Anforderungen an eine sich wandelnde Gemeinde, die sich für neue Formen der Gottesdienstgestaltung öffnet, eine herzliche und aktive Begegnungskultur fördert, ohne traditionelle Kirchbesucher zu vernachlässigen, können mit dieser Kirche an diesem Standort realisiert werden. Es wäre ein wichtiger, auch standortstrategischer Baustein für die Zukunftsplanung der Kirche in Altenessen, die Kirche zu sanieren. […]

    Auch in der letzten Sitzung des Pfarrgemeinderates am 16. Januar 2020 wurde noch einmal deutlich, dass die Diskussion um unsere Kirchstandorte völlig ergebnisoffen und ohne jegliche Beeinflussung von außen geführt werden. So wurden folgerichtig die Punkte „Anpassung des PEP-Votums“ sowie „Abschied von der Kirche St. Johann Baptist“ von der Tagesordnung genommen, nachdem Contilia zu Beginn der Woche die Verkaufsabsicht der KKE öffentlich machte. Hätte es so wie Sie behaupten „Druck von außen“ gegeben, hätten diese Punkte dann nicht ohne Rücksicht diskutiert und beschlossen werden müssen?

    Die aktuelle Situation, die eine belastbare und verlässliche Zukunftsplanung aktuell nicht ermöglicht, ist für alle Beteiligten alles andere als zufriedenstellend. Umso mehr schätze ich die aktuelle Stellungnahme des Kirchenvorstandes, der sich noch einmal und einstimmig für dieses Projekt ausgesprochen hat. Vielen Dank dafür!

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Beck

    *) Als Redaktion weisen wir an dieser Stelle noch einmal darauf hin, dass wir alle Kommentare veröffentlichen, die dem Recht auf freie Meinungsäußerung entsprechen und der sachlichen Diskussion dienen. Unwahre Tatsachenbehauptungen, persönliche Beleidigungen oder andere unrechtmäßige Kommentare werden unkommentiert gelöscht oder erst gar nicht veröffentlicht.

  2. Lieber Thomas Przybilla,
    in deinem Kommentar vom 17.01.2019 stellst du die Behauptung auf, dass der Besuch des Bischofs und des Generalvikars in der Kirchenvorstandssitzung am 16.01.2020 dazu dienen sollte von Seiten des Bistums „den maximal möglichen Druck auf den Kirchenvorstand , ja nicht über die Rückabwicklung des Kaufvertrages nachzudenken“.
    Lieber Thomas, ich kann dir versichern das diese haltlose Behauptung jeglicher Realität widerspricht.
    Der aktuelle Kirchenvorstand hat sich die Entscheidungen der letzten Monate nicht leicht gemacht.
    Jedes einzelne Mitglied des Kirchenvorstands hat alle diese Entscheidungen nach seinem besten Wissen und Gewissen getroffen. Zu keinem Zeitpunkt im gesamten Prozess hat es irgendwelche Versuche seitens des Bistums gegeben, die Kirchenvorstandsmitglieder zu beeinflussen, oder, in welcher Form auch immer, unter Druck zu setzen.
    Die Nachricht vom Verkauf der KKE am vergangenen Montag hat auch uns schwer getroffen.
    Dennoch hat sich der Kirchenvorstand einstimmig (ohne jeglichen Druck) zum Projekt mit einem neuen Krankenhaus und einer neuen Kirche im Krankenhaus bekannt.
    Der Kirchenvorstand ist nach wie vor der Meinung, dass dieses Projekt eine große Chance für
    unsere Pfarrgemeinde und den Stadtteil Altenessen ist.
    Auch möchte ich in dieser Stellungnahme nochmals darauf hinweisen, dass der Kirchenvorstand für die gesamte Pfarrgemeinde St. Johann zuständig ist und nicht nur für die Gemeindemitglieder , die rund um den Kirchturm St. Johann leben.
    Alle ehrenamtlichen Gremienmitglieder, und auch unser Pfarradministrator Domprobst Zander, haben die Zukunft unserer Gemeinde und auch unseres Stadtteils im Blick. Wir wollen nichts zerstören, sondern Zukunft gestalten.
    Sei versichert, auch der Kirchenvorstand hofft auf eine gute Entwicklung und Lösung.

    Viele Grüße
    Uli Hütte

  3. Thomas Przybilla am

    Etwas anderes war ja eigentlich auch nicht zu erwarten. Wenn die Aussagen im WAZ-Artikel “Essen: Zwischen Klinik und Kirche retten was zu retten ist” vom 16.01.2020 stimmen, haben mit dem Bischof, dem Generalvikar und dem Domprobst drei der höchsten Repräsentaten des Bistums an einer Sitzung des Kirchenvorstandes teilgenommen. Das ist in der über 150-jährigen Geschichte der Kirche St. Johann Baptist, Altenessen wahrscheinlich nicht sehr oft vorgekommen. Das war nach meiner Meinung auch keine Krisendiplomatie, wie im WAZ-Artikel vermutet, das war der Aufbau des maximal möglichen Druck auf den Kirchenvorstand, ja nicht über die Rückabwicklung des Kaufvertrages nachzudenken. Der aktuelle Kirchenvorstand hat diesem Druck, insbesondere bei der aktuellen Besetzung, offensichtlich nicht standgehalten.
    Fakt ist: Contilia wird einen Krankenhausneubau in Altenessen nicht mehr aktiv betreiben. Auf der Webseite der Contilia wurden alle Links auf das Projekt gelöscht.
    Die KKE sind organisatorisch und wahrscheinlich auch rechtlich zur weiteren eigenständigen, aktiven Verfolgung des Projektes gar nicht in der Lage sein. Von der Geschäftsführerin der KKE, eine der Hauptbetroffenen, ist mir keine positive Stellungnahme zu dieser Thematik bekannt.
    Ein neuer Gesellschafter, der die Gesellschaftseinteile für einen, nach Ansicht der Contilia angemessenen Preis, übernimmt, muss erst noch gesucht werden. Was alles andere als leicht sein wird, da die geplante Umstrukturierung der KKE, trotz nach maximal optimierter Architektur des Neubaus nach Einschätzung der Contilia kein wirtschaftlicher Betrieb möglich sein wird. Wer kauft ein Unternehmen, dass nach der Einschätzung der aktuellen Eigentümer, trotz erheblicher Investitionen, sich in Zukunft nicht wirtschaftlich betreiben lässt?
    Es ist deshalb mehr als fraglich, ob ein noch zu findender Gesellschafter das Konzept der Contilia überhaupt weiter verfolgen wird. Der von Contilia vorgelegte Zeitplan wird also nicht mehr einzuhalten sein. Kurz- bis mittelfristig wird es sicher keinen Krankenhausneubau und damit auch keinen Neubau einer Krankenhauskapelle geben.
    Was ein sehr wichtiges Ziel des Bischofs in Gefahr bringt. Mit dem Votum zum PEP hatte die Pfarrgemeinde St. Johann Baptist Altenessen dem Bischof nämlich ein Ei in’s Nest gelegt, das er offensichtlich nicht ausbrüten will. Im Votum zum PEP wurde die Kirche St. Johann Baptist als zukünftige Pfarrkirche festgelegt. Zum Fortbestand der Kirche St. Hedwig wurde der Bischof in einer gesonderten Stellungnahme um eine Entscheidung gebeten, da diese Kirche zwar unter Denkmalschutz steht, im Rahmen des PEP diese Kirche aber nicht als Pfarrkirche ermittelt wurde.
    Da kam die Anfrage der Contilia dem Bischof gerade recht. St. Johann muss dem Neubau des Krankenhauses weichen, die Gemeinde wird dadurch zu Anpassung des PEP-Votums gezwungen und der Bischof muss keine unangenehme Entscheidung treffen. Es wird gerade offensichtlich versucht, das angepasste Votum in eine bestimmte Richtung zu lenken. Die mir dazu bekannten Aussagen beschäftigen sich ausschließlich mit dem Erhalt von St. Hedwig. Dabei ist z. B. mit ÖPNV Herz Jesu über die nahe gelegene U-Bahnhaltestelle deutlich besser erreichbar. Nach meiner Ansicht ist das Votum bzgl. der Pfarrkirche unter Berücksichtigung aller anderen Kirchen zu überarbeiten. Nach meiner Wahrnehmung spricht für St. Hedwig im Augenblick nur der Denkmalschutz. Für eine wahrnehmbare Präsenz und z. B. Erreichbarkeit von katholischen Kirchen im Essener Norden kann nach meiner Ansicht dies nicht das entscheidende Kriterium sein. Bzgl. der zukünftigen Pfarrkirche ist die Diskussion offen in der Pfarrgemeinde zu führen, um eine optimale Lösung zu entwickeln.

    St. Johann Altenessen ist hier offensichtlich Opfer mehrerer unterschiedlicher Interessen.
    Der Bischof wünscht sich DEN katholischen Gesundheitsanbieter im Bistum Essen – was Contilia nach den aktuellen Stand nicht leisten kann.
    Die Stadt Essen hat versäumt, ein durchgängiges Konzept für die stationäre Krankenhausversorgung der Essener Bevölkerung zu erarbeiten,
    Bei offenen Problemen aus dem PEP entzieht sich der Bischof seiner Entscheidungskompetenz.

    St. Johann Baptist Altessen ist ein Leuchturm der christlichen Kirche im wahrnehmbaren Zentrum von Altenessen. Wer dieses Zentrum zur Disposition stellt, stellt auch christliches Leben in Altenessen zur Disposition. Wenn das, wie derzeitm absehbar, so umgesetzt wird, ist den Entscheidungsträgern in der Pfarrgemeinde und im Bistum das christliche Leben im Essener Norden nicht wichtig. Ich hoffe sehr, dass dem nicht so ist.

    In der Hoffung auf eine konstruktive Entwicklung
    Thomas Przybilla