Liturgie zum fünften Fastensonntag

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Fünfter Fastensonntag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.

Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.

Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.

Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.

Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?

Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Jesus war im Innersten erregt und erschüttert.

Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?

Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.

Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.

Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!

Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Jesus ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon.

Jesus rief mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt.
Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen!

„… was wir im Leben wirklich brauchen …“

Na super, jetzt habe ich den Lazarus an der Backe… das war mein erster Gedanke, als ich mir das Sonntagsevangelium ansah. Viel Text und darin viel Tod und Verzweiflung und eine Begebenheit, die auf den ersten Blick erschaudern lässt. Aber eben nur auf den ersten Blick.

Da ist von Tod und Auferstehung die Rede – nicht so ausführlich und außerordentlich wie wir es vom Sterben Jesu und seiner Auferstehung kennen und demnächst an Karfreitag und Ostern bedenken. Lazarus ist gestorben und die Schwestern weinen und klagen und fragen, was wäre gewesen, wenn… und hätte… und könnte…  Eine alltägliche Situation – damals und heute. Und mitten in diesem Alltag findet auch die Auferstehung statt – damals und heute.

Das Wunder zeigt – wie alle Wunderberichte – dass Gott stärker ist als Leid und Not und Tod. Und im Johannesevangelium wird es besonders deutlich, dass Gott das schenkt, was wir im Leben wirklich brauchen: Brot, Licht, einen Hirten, Weg, Wahrheit, Leben.

Dass unser Leben nicht verloren geht, wenn wir sterben, dessen bin ich gewiss! Aber dass Auferstehung im Alltag nicht so einfach ist, das sehe ich auch. Was haben wir in unserem Leben eigentlich schon begraben? Auf welche Probleme haben wir längst einen Deckel gemacht, weil sie uns zu sehr stinken?  Wo kann Leben sich nicht mehr entfalten? Welche Binden (Ängste, Bedenken, Vorurteile, Ungerechtigkeiten, Egoismen…) müssen alle abgenommen werden, um in ein neues, besseres Leben gehen zu können? Und wer oder was hilft uns dabei?

Das Evangelium zeigt, dass Gott in die Abgründe unseres Lebens, in unsere Qualen und Gräber hinabsteigt. Kein Ort, wo er uns allein lässt. Aber es braucht auch uns, um das für die erfahrbar zu machen, die sich nicht selbst helfen können.

Österliche Zuversicht und den Mut, auszusteigen aus dem, was dem Leben schadet, das wünsche ich uns allen an diesem Sonntag und an jedem Tag! Bleiben Sie so gesund wie es eben geht!

Gebet

Gott des Lebens, immer wieder neu bemühst du dich um uns Menschen. Du hast Prophetinnen und Propheten gesandt, die Hoffnung in deinem Volk wachzuhalten. Zuletzt hast du uns deinen Sohn gesandt.

Er hat Lazarus aus dem Tod geholt und damit gezeigt, dass du das Leben willst. Öffne unsere Herzen, öffne unsere Ohren. Lass uns deine Botschaft neu hören als Verheißung des Lebens und des Friedens.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Für das Pastoralteam

Uta Stötzel
Gemeindereferentin

Teilen

Kommentarfunktion ist geschlossen.