Liturgie zum 4. Sonntag der Osterzeit

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4. Sonntag der Osterzeit

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.

Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.

Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

… die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die zu ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.

Das könnte dem einen oder anderen „Herren“ so passen – ich, das dumme Schaf, latsche treu und brav hinterher. Nein, das kommt nicht in Frage! Ich will frei und selbstbestimmt leben.

Das Bild vom Hirten und der Herde stößt im ersten Moment auf Widerspruch. Ganz so lieblich und unbelastet wie zu meiner Kokizeit ist das Bild nicht mehr. Viel zu oft wurde es im Laufe der (Kirchen-)Geschichte missbraucht. Als ich Kind war, stand das Hochglanzbild vom Hirten Jesus, der sein Schäfchen behutsam auf dem Arm trägt, bei uns hoch im Kurs. Es fehlte in keinem Gesangbuch – und konnte bestenfalls gegen zwei Marienbildchen getauscht werden.

Im Johannesevangelium ist aber weder von einem Jesus die Rede, der blinden Gehorsam fordert, noch von einem weichgespülten Jesulein, das mit Schafen friedlich auf der Wiese sitzt. Vielmehr wird hier die die Beziehung zwischen Jesus und uns, zwischen Gott und den Menschen ins Bild gesetzt. Jesus ist der Hirt, dem die Menschen folgen, weil sie ihm vertrauen, weil sie seine Stimme kennen, weil sie wissen, dass er es gut meint. Und er spielt sich nicht als Supermann auf, sondern verweist auf den, der uns kennt und liebt: auf Gott.

Bei der Suche nach Sinn und Orientierung ist es die Gewissheit, in Jesus einen guten Wegweisenden gefunden zu haben. In den Ängsten und Herausforderungen des Lebens ist Gott da, er läuft nicht weg und lässt mich allein zurück, er steht zu mir. Er schlägt keinen Profit daraus, mich zu hüten, er will mich nicht in die Pfanne hauen oder mir das Fell über die Ohren ziehen.  So einen Hirten weiß ich gerade in diesen beunruhigenden Zeiten gerne an meiner Seite. Gerade weil ich frei und selbstbestimmt leben darf, halte ich am Glauben fest und setze auf den guten Hirten!

Ich wünsche uns allen an diesem Sonntag die Gewissheit und das gute Gefühl, dass wir geborgen sind, weil wir einen Hirten haben, der es gut mit uns meint.

Bleiben sie behütet!

Psalm

Wärst du mein Hirte, nichts würde mir fehlen.

Führ mich zu blühenden Weiden,
lass mich lagern an strömendem Wasser,
dass meine Seele zu Atem kommt,
dass ich die rechten Pfade wieder gehen kann,
dir nach.

Du mein Hirte? Nichts würde mir fehlen.

Muss ich in den Abgrund, die Todesschlucht,
dann packt mich Angst – bist du bei mir,
werde ich nicht sterben vor Angst.

Du hast den Tisch schon gedeckt,
meine Spötter wissen nicht, was sie sehen:
dass du meine Füße wäschst, sie salbst mit Balsam,
mir einschenkst. Trink nur, sagst du.

Nichts wird mir fehlen.

Lass es so bleiben, dieses Glück,
diese Gnade, all meine Lebenstage.
Dass ich bis ans Ende meiner Jahre
wohnen werde in Deinem Haus.

Du, mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

Für das Pastoralteam

Uta Stötzel
Gemeindereferentin

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