Fünf Fragen an… Barbara Orth

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Barbara Orth1. Beschreiben Sie kurz Ihre Tätigkeit in der Pfarrei St. Johann Baptist.
Ich arbeite hauptamtlich in der Seelsorge der Pfarrei St. Johann, schwerpunktmäßig in der Gemeinde St. Hedwig. Die Aufgaben sind vielfältig und verteilen sich unterschiedlich. In der Firmvorbereitung z.B. versuchen wir mit vielen, für alle Firmlinge eines Jahrgangs im gesamten Stadtteil Altenessen Verantwortung zu tragen. In der Erstkommunionvorbereitung verfolgen wir einen am jeweiligen Kirchturm orientierten Unterricht mit einer treuen Helfertruppe von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.

2. Was macht Ihnen innerhalb der Pfarrei Freude und was bereitet Ihnen Sorge?
Ganz taffe und treue Menschen, die sich nicht entmutigen lassen, machen mir Freude. Wenn man genau hinguckt, gibt es immer wieder Gläubige, die all ihre vielfältigen Begabungen einbringen. Unter uns leben kleine Alltagsheilige, die sich durch Neid, Streit, Eifersucht, Lustlosigkeit oder Ichsucht nicht abbringen lassen, ihren Dienst zu tun. Es sind Menschen, die sich von Christus haben anstecken lassen und wissen, dass hinter der jeweiligen konkreten Gemeinde vor Ort immer auch noch die Kirche Jesu Christi steht.

3. Wo sehen Sie die Perspektive der Pfarrei?
Eine kleiner werdende Schar muss sich gegenseitig achten, schützen und zusammenhalten. Immer weniger Menschen, die sich als bekennende Christen outen, müssen ihre Kräfte geschickt einteilen. Wenn eine Gemeinschaft zahlenmäßig abbaut, sollte sie auch fürsorglich nach Koalitionen Ausschau halten. Wir können in der Kirche auf einen großen klugen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Ein erster wäre: Kirchliches Leben vollzieht sich in drei wesentlichen Bereichen – in Liturgie, in Verkündigung und in Caritas. Diese Bereiche dürfen keinem Ranking unterliegen und gegeneinander ausgespielt werden. Die caritative Hilfe springt den meisten am ehesten ins Auge. Sie ist im vergangenen Jahr vorwiegend im Engagement in der Flüchtlingshilfe noch einmal richtig aufgestrahlt. An viele Dinge der gemeinnützigen Hilfe haben wir uns mittlerweile so gewöhnt, dass wir den Einsatz Vieler in Bildung und Erziehung, Krankenwesen und Betreuung der Senioren gar nicht mehr als Vollzug christlichen Handelns wahrnehmen.

Der zweite Schatz ist der Blick auf Jesus. Wie handelt Jesus? Immer heilend, vergebend, anerkennend und gemeinschaftsstiftend. Und das können wir auch. Manches gute Wort wirkt heilend. Wer unter Streitigkeiten leidet weiß, wie erlösend Verzeihung sein kann. Keiner will wirklich von Nachbarn und erst recht nicht in der Gemeinde von anderen geschnitten werden. Und da, wo Aktionen, Feste oder Gottesdienste zusammen gelingen, da macht sich Freude breit und motiviert für nächste Taten.

4. Haben Sie einen Lieblingsplatz oder -ort hier im Stadtteil Altenessen?
Es gibt keinen speziellen Ort. Seit ich vor sieben Jahren hier in den Stadtteil gezogen bin, habe ich mich in allen Richtungen wie Einkaufen, Arztbesuche und Restaurantauswahl gut in Altenessen beheimatet.

5. Was war Ihre schönste Erfahrung während Ihrer Tätigkeit im letzten Jahr?
Immer wenn einzelne Menschen mir in Begegnungen vertrauen oder ihre Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass sie mich kennen: Das Kindergartenkind, das unterwegs dem Papa erklärt, dass ich die Frau mit der Gitarre bin; oder die Kranken, die bei der telefonischen Festlegung des Termins für den Besuch am Herz-Jesu-Freitag zum Ausdruck bringen, dass sie schon auf den Herrn und auf mich warten.

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