Wichtige Fragen und Antworten von der Pfarrversammlung vom 21. November 2018

Aufgabe der Kirche St. Johann Baptist (Pfarrei und Bistum)

  • Warum muss die St.-Johann-Baptist-Kirche verkauft werden?
    Der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Johann Baptist hat sich bereit erklärt, die mehr als 150 Jahre alte Pfarrkirche zu verkaufen, um der Contilia-Gruppe einen größeren Neubau des benachbarten katholischen Marienhospitals zu ermöglichen.
  • Wer hat über den Verkauf der Kirche entschieden?
    Der Kirchenvorstand verwaltet das Vermögen der Pfarrei St. Johann Baptist. Nach zahlreichen Diskussionen und intensivem Abwägen der Vor- und Nachteile hat sich dieses Gremium dafür entschieden, einem Verkauf der Kirche St. Johann Baptist zuzustimmen.
  • Wie viele Gegenstimmen oder Enthaltung gab es bei der Abstimmung über die Verkaufsentscheidung?
    Der Kirchenvorstand hat mit 12 zu 3 Stimmen beschlossen, die St.-Johann-Baptist-Kirche zu verkaufen. Im Pfarrgemeinderat fand sich nur eine Stimme, die den Beschluss des Kirchenvorstands nicht mitgetragen hat.
  • Wieso ist hierzu nicht die Gemeinde gefragt worden?
    Die Verwaltung des Kirchenvermögens liegt in den Händen des Kirchenvorstands, der – neben dem Pfarradministrator und einigen ernannten Mitgliedern – vor allem aus von den Katholiken der Pfarrei gewählten Mitgliedern besteht. Neben der ausführlichen Diskussion und der endgültigen Entscheidung in diesem Gremium hat sich auch der Pfarrgemeinderat – der ebenfalls die Mitglieder der Pfarrei repräsentiert – mit der Entscheidung auseinandergesetzt und den Kirchenvorstand in seiner Position unterstützt.
  • Wird die Kirche St. Johann Baptist auf jeden Fall abgerissen?
    Der Kirchenvorstand hat zugestimmt, dass die Kirche verkauft wird, wenn die Contilia-Gruppe das Grundstück erwerben möchte. Diese Zustimmung war wichtig, damit Contilia die Planungen für den Klinik-Neubau weiter vorantreiben kann. Alle wesentlichen Konditionen des Verkaufs sind mit dieser Vereinbarung festgelegt. Letztlich hängt die Frage, wie es mit der St.-Johann-Baptist-Kirche weitergeht, nun an den Bau- und Zeitplänen – und entsprechenden Genehmigungen – für das Krankenhaus.
  • Warum ist das Thema bislang geheim gehalten worden?
    Trotz dem sehr nachvollziehbaren Wunsch nach Transparenz, lassen sich gerade Stadtentwicklungs-Projekte in diesem Ausmaß in ihren Anfängen nur mit einem hohen Maß an Diskretion verwirklichen. Hier geht es insbesondere um den Schutz der vielen Mitarbeiter im Marienhospital, aber auch darum, weder in der Pfarrei noch im Stadtteil allzu schnell womöglich unbegründete Hoffnungen oder Befürchtungen – in welche Richtung auch immer – zu verbreiten. In Absprache mit der Contilia-Gruppe, die ihrerseits Rücksicht auf die Kommunal- und Landespolitik und viele anderer Partner nimmt, ist der Beschluss des Kirchenvorstandes, die St.-Johann-Baptist-Kirche zu veräußern, nun der Zeitpunkt für die erste Veröffentlichung der Pläne.
  • Wieso erfährt die Gemeinde erst jetzt davon, nachdem alle Beschlüsse gefasst sind?
    Unsere Pfarreien sind in vielen Bereichen demokratisch verfasst, insbesondere was die Verwaltung des Kirchenvermögens betrifft. Über die Wahl der allermeisten Kirchenvorstände ist eine – indirekte – Repräsentativität gegeben wie sie durchaus mit staatlichen Gremien vergleichbar ist. Die gewählten Kirchenvorstände repräsentieren die Gemeindemitglieder. Hier wie dort gibt es thematische Bereiche, die eine Vertraulichkeit und einen sensiblen Umgang mit der Öffentlichkeit erfordern und bei denen die Öffentlichkeit daher erst im Nachhinein informiert wird.
  • Der Plan eines Krankenhaus-Neubaus existiert doch schon länger – warum hat man die Gremien der Pfarrei im Pfarreientwicklungsprozess erst zwei Jahre lang diskutieren lassen und erst nach Beschluss und Bestätigung des Votums die Krankenhaus-Option zur Sprache gebracht?
    Für den Kirchenvorstand war in der Tat schon längere Zeit klar, dass die Contilia im Zuge der Übernahme der Geschäftsanteile der KKE ein neues Krankenhaus bauen möchte. Allerdings war der Standort bis zum Sommer noch völlig offen. Erst im Sommer ist die Contilia mit der Frage auf den Kirchenvorstand zugegangen, ob dieser einem Verkauf der Pfarrkirche zugunsten eines großen Krankenhausneubaus auf dem gesamten Gelände von Marienhospital und Kirche zustimmen würde. Konkret konnte sich der Kirchenvorstand erstmals am 30. August 2018 mit dem Thema befassen.
  • Der Abriss der Kirche steht im Widerspruch zu dem vom Bischof bestätigten, verbindlichen Votum – darf vor diesem Hintergrund ein solcher Beschluss überhaupt gefasst werden?
    Die Vorgaben des Bistums zum Pfarreientwicklungsprozess sehen vor, dass das Votum einen hohen Grad an Verbindlichkeit sowohl für die Pfarrei, als auch für das Bistum hat. Änderungen – zum Beispiel aufgrund äußerer Einflüsse – können erfolgen, wenn beide Seiten diesen Änderungen zustimmen. Ein Hinweis hierzu findet sich auch im Votum der Pfarrei.
  • Es heißt, die Kirche sei der Pfarrei einst als „unveräußerbares Eigentum“ geschenkt worden. Wie passt dies mit dem geplanten Verkauf zusammen?
    Derzeitiger Stand ist, dass nach den uns bisher zur Verfügung stehenden Unterlagen eine solche Auflage nicht bestätigt werden kann.
  • Was wird aus unserem Pfarrbüro?
    Es besteht eine Zusage, dass die Contilia der Pfarrei im Krankenhausneubau Büroräume zur Verfügung stellen wird. Unabhängig davon wird die Frage der Pfarr- und Gemeindebüros in den kommenden Monaten mit Blick auf die in den kommenden zwei Jahren geplante Fusion mit der Nachbarpfarrei St. Nikolaus diskutiert werden.
  • Wo sollen sich unsere Gruppen und Verbände in Zukunft treffen? Schließlich wird mit der Kirche auch das Gemeindezentrum abgerissen.
    Die Contilia-Gruppe hat angekündigt, die Ertüchtigung und den Ausbau des Jugendheims gegenüber der Kirche finanziell zu unterstützen. Dort sollen sich in Zukunft auch Gruppen und Verbände treffen können, die bislang im Gemeindeheim an der Kirche zu Hause sind.
  • Wird mit der Kirche auch das Jugendheim abgerissen?
    Nein, das Jugendheim bleibt vom Klinik-Neubau unberührt und soll mit Unterstützung der Contilia-Gruppe ertüchtigt und ausgebaut werden.
  • Wie viel Geld bekommt unsere Pfarrei für den Verkauf des Kirchen-Grundstücks?
    Die Contilia ist bereit für das Grundstück und das Kirchengebäude den Wert von 1,1 Millionen Euro zu bezahlen, den ein vom Kirchenvorstand eingeholtes Verkehrswertgutachten ausweist. Gleichzeitig hat die Contilia weitere Zusagen gegeben, wie beispielsweise die Unterstützung beim Ausbau des Jugendheims.
  • Wer zahlt den Abriss der Kirche?
    Die Übertragung des Grundstücks an die Contilia erfolgt samt der Gebäude. Der Abriss ist also vom Krankenhaus zu tragen.
  • Sind die Kirche und das Grundstück schon verkauft?
    Nein, bislang gibt es einen Beschluss des Kirchenvorstands, das Kirchengebäude an die Contilia-Gruppe zu verkaufen, wenn diese grünes Licht für den Klinik-Neubau erhält. Dieser Beschluss enthält alle wesentlichen Konditionen für den Verkauf und bindet die Pfarrei, Kirche und Grundstück in jedem Fall zu verkaufen, wenn Contilia die Klinik baut.
  • Wann wird die Kirche abgerissen?
    Derzeit sieht der Zeitplan der Contilia-Gruppe vor, dass die Kirche St. Johann Baptist wahrscheinlich im Jahr 2020 abgerissen wird und bis 2025 der Klinik-Neubau entsteht. In dem neuen Krankenhaus wird es dann auch eine neue Kirche geben, die die Gemeinde nutzen kann.
  • Soll die Krankenhauskapelle in der neuen Klinik der Ersatz für unsere Kirche St. Johann Baptist sein?
    Die Kirche in dem geplanten Krankenhaus-Neubau wird sicherlich weder mit der St.-Johannes-Baptist-Kirche, noch mit der bisherigen Krankenhauskapelle im Marienhospital vergleichbar sein. Geplant ist in jedem Fall eine richtige Kirche, die die Gemeinde nutzen soll. Auch an der Gestaltung dieses innovativen Gottesdienst-Raumes wird die Gemeinde – gemeinsam mit den Fachleuten der Contilia – beteiligt.
  • Die neue Krankenhauskapelle ist doch viel zu klein!
    Noch ist die Gestaltung der neuen Kirche im geplanten Klinik-Neubau nicht endgültig geklärt. Ziel ist aber, dass dort auch reguläre Gemeindegottesdienste stattfinden können.
  • Wie wird der Abschied von unserer Pfarrkirche begangen werden?
    Das ist jetzt noch nicht klar und wird rechtzeitig vom Pfarrgemeinderat und den Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Pfarrei geplant. Es gibt aber gute Vorbilder, zum Beispiel den Abschied von der St- Thomas-Morus-Kirche in Vogelheim vor einigen Wochen, an denen wir uns orientieren können.
  • Wie lange müssen wir in einem Ausweichquartier Gottesdienst feiern?
    Nach den derzeitigen Planungen würden der Gemeinde St. Johann Baptist vermutlich während der eigentlichen Bauphase zwischen 2020 und 2025 weder die bisherige, noch eine neue Kirche im Krankenhaus zur Verfügung stehen.
  • Mit dem Abriss verschwindet das katholische Leben aus dem Zentrum von Altenessen. Hier geht doch ohnehin alles Christliche den Bach herunter!
    Das katholische Krankenhaus, das auf dem Grundstück von Marienhospital und St.-Johann-Baptist-Kirche entstehen soll, wird nicht mehr oder weniger katholisch sein als die bisherige Kirche. Die tätige Nächstenliebe ist ebenso ein Grundvollzug der Kirche wie die Verkündigung – zumal der Klinik-Neubau ja auch eine eigene Kirche enthalten wird, die der Gemeinde ebenso zur Verfügung stehen soll wie Patienten, Mitarbeitern und Besuchern der Klinik. Diese katholische Klinik soll sich zum Stadtteil hin öffnen und so ein sichtbar christliches Haus im Zentrum von Altenessen werden – auch wenn die prägnante Backsteinfassade mit dem Kirchturm von St. Johann Baptist dann nicht mehr dort stehen wird.
  • Gibt es Alternativen, um die Kirche zu erhalten?
    Moderne Spitzenmedizin in der thematische Breite, wie sie am Standort des Marienhospitals erforderlich und politisch gewünscht ist, zusammen mit einer qualitativ hochwertigen Pflege benötigt ausreichend Platz. Deshalb ist der Klinik-Neubau an diesem Standort nur unter Einbeziehung des Kirchengrundstücks möglich. Der Kirchenvorstand und die Contilia-Gruppe haben gemeinsam zahlreiche zunächst denkbar erscheinende Alternativen geprüft, aber ausnahmslos verworfen – unter anderem aufgrund von alten Bunkeranlagen und U-Bahn-Strecken im Altenessener Boden.

Auswirkung auf den Pfarreientwicklungsprozess (Pfarrei und Bistum)

  • Erst vor wenigen Monaten hat Bischof Overbeck uns mit unserem Votum bestätigt, dass die St.-Johann-Baptist-Kirche mindestens über 2030 hinaus bestehen bleibt. Jetzt soll sie abgerissen werden! Was sollen wir denn jetzt noch glauben?
    Der Pfarreientwicklungsprozess zeichnet sich durch eine hohe Verbindlichkeit des Votums aus. Trotzdem kann es Änderungen geben – zum Beispiel auf Grund äußerer Einflüsse – wenn sowohl die Gremien der Pfarrei als auch das Bistum diesen Änderungen zustimmt. Dass das Votum der Pfarrei St. Johann Baptist nun bereits wenige Monate nach der Bestätigung durch der Bischof weiterentwickelt wird, war so nicht geplant, liegt aber ausschließlich an den Zeitplänen des Krankenhausneubaus. Erst im Sommer 2018 ist die Contilia auf den Kirchenvorstand zugegangenen mit der Frage, ob dieser einem Verkauf der Pfarrkirche zugunsten eines großen Krankenhausneubaus auf dem gesamten Gelände von Marienhospital und Kirche zustimmen würde. Konkret konnte sich der Kirchenvorstand erstmals am 30. August 2018 mit dem Thema befassen.
  • Wird die Kirche St. Johann Baptist zugunsten von St. Hedwig geopfert?
    Nein. Die Entscheidung zur St.-Johannes-Baptist-Kirche hat ausschließlich mit dem geplanten Krankenhaus-Neubau zu tun und ist unabhängig von den anderen Kirchorten in der Pfarrei gefallen.
  • Wird St. Hedwig jetzt erhalten?
    Das ist im Moment noch völlig offen. Wenn St. Johann Baptist aufgegeben wird, müssen die Gremien der Pfarrei alle Standort-Fragen noch einmal neu diskutieren – hier spielen neben dem Erlös aus dem Verkauf der St.-Johann-Baptist-Kirche auch die Nutzungsmöglichkeiten in der geplanten Klinik-Kirche eine Rolle.
  • Welche Kirche wird in Zukunft Pfarrkirche sein?
    Das ist im Moment noch offen und wird in den kommenden zwei Jahren mit Blick auf die geplante Fusion mit der Nachbarpfarrei St. Nikolaus diskutiert und entschieden werden.
  • Ist das gesamte Votum damit aufgehoben?
    Nein, das von Bischof Overbeck bestätigte Votum bleibt in Kraft und wird lediglich angepasst – mit Blick auf den Standort St. Johann Baptist, aber auch mit Blick auf die in den kommenden zwei Jahren geplante Fusion mit der Nachbarpfarrei St. Nikolaus.
  • Werden noch weitere Kirchen abgerissen?
    Dies ist nicht geplant. Oberste Maxime im Immobilien-Konzept des bestätigten Votums der Pfarrei war bislang, alle bisherigen Gottesdienststandorte weiter zu nutzen oder perspektivisch so zu entwickeln, dass sie zumindest als Gebäude erhalten werden können. Dies ist derzeit allein für St. Johann Baptist nicht mehr darstellbar, weil der geplante Klinik-Neubau das Kirchen-Grundstück mit einbeziehen würde.
  • Im PEP-Votum steht als Perspektive die Möglichkeit eines Kirchen-Neubaus für die gesamte Pfarrei auf dem Zollverein-Gelände – ist das nun noch aktuell?
    Dies ist eine der Fragen, die die Pfarrei angesichts der nun beginnenden neuen Diskussion über die Gottesdienst-Orte der Pfarrei wird besprechen können.
  • Wo feiern wir demnächst Hochfeste und Kommunion?
    Mittelfristig steht in der Pfarrei natürlich die Kirche St. Hedwig zur Verfügung. Es finden aber auch Gespräche mit der evangelischen Gemeinde statt, ob eine gemeinsame Nutzung der „Alten Kirche“ während der Umbauphase möglich ist.