Wie ihr am Dienstag schon lesen konntet, gab es durch den Streik des Sicherheitspersonals am Flughafen keine Möglichkeit mit dem gebuchten Direktflug nach Panama zu kommen.

Am Dienstag gab dann eine hilfsbereite Dame am Flughafen alles, um die Teilnehmer so schnell und gut wie möglich nach Panama zu bringen. So standen wenig später zahlreiche Ersatzflüge fest, wodurch die Gruppe jedoch aufgeteilt werden musste. Aber wenigstens ging die Reise für die 40 Pilger aus dem Bistum Essen schon am Folgetag weiter.

Kurze Hosen, statt dicker Jacken

Zwischen 23 und 28 Stunden haben die verschiedenen Gruppen gebraucht, um von Flörsheim bei Frankfurt nach Panama zum Weltjugendtag zu kommen. Die lange Zeit war den zahlreichen Zwischenstopps geschuldet: für die verschiedenen Gruppen ging es teils über Madrid, Dominikanische Republik, Bogota und Atlanta nach Panama. In den Reisepässen gibt es jetzt ein paar Stempel mehr. Schließlich sind dann aber alle gut angekommen und haben sich an den plötzlichen Sommer gewöhnt – in Panama ist es im Moment um die 30 Grad heiß. Kurze Hosen sind angesagt, statt dicker Jacken. Und die Uhren ticken in Panama etwas anders – nämlich ganze sechs Stunden später: 10 Uhr morgens in Panama ist 16 Uhr bei uns.

Sommer, Sonne, Strand

Logo der Escuela Vocacional Chapala.

Logo der Escuela Vocacional Chapala. Foto: Susen Walter

Am Donnerstag war für unsere Teilnehmer dann der erste richtige Tag, an dem sie auch endlich die letzte Gruppe getroffen haben. Der erste richtige Tag bedeutet auch, sich von den Strapazen der Hinreise zu erholen und auch vom Kopf her anzukommen.
Es ging in die Stadt Colón an der Karibikküste, circa 50 Kilometer von Panama-Stadt entfernt. Nach einer Besichtigung der Schleusen von Colón und einem Supermarktbesuch vor Ort ging es weiter. Nämlich zur Playa La Angosta, einem Strand an der Karibik nord-östlich von Colón. Nach dem ausgiebigen Strandbesuch ging es nach drei Stunden zurück in die Unterkunft, der Escuela Vocacional Chapala – eine Einrichtung des Amigonianer Ordens. Nach einem reichhaltigen Abendessen gab es schließlich noch eine kurze Runde mit Infos und Gesang.

Der Freitag stand ganz im Zeichen des sozialen Engagements. Nach dem Frühstück wurden die Teilnehmer über das Gelände geführt. Die Einrichtung, in der sie untergebracht sind, ist für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren gedacht, die bereits jetzt schon eine “schwierige” Vergangenheit hinter sich haben. Meist werden die jungen Menschen von den Eltern in die Einrichtung geschickt. Für viele bedeutet es die allerletzte Chance auf Rehabilitation und somit noch etwas aus ihrem jungen Leben zu machen. Sie haben ganz unterschiedliche, negative und auch kriminelle Erfahrungen gemacht: Drogen, Gewalt, Gefängnis, letzte Stufe vor dem Jugendarrest oder wegen guter Führung aus dem Gefängnis – die Schicksale sind unterschiedlich. In der Einrichtung können sie an ihrer Zukunft arbeiten.

“Zur Zeit sind wir hier, weil die Jugendlichen von Weihnachten bis Karneval – irgendwann im Februar – Ferien haben und zurück zu den Eltern dürfen. Eine handvoll ist noch da, die nicht zurück können, weil sie keine Eltern oder keine andere Möglichkeit haben. Es sind aber alle super nett hier – keiner wird angegriffen. ;-)” berichtet uns Susen aus der Einrichtung. Jeden Tag gibt es eine Einheit Schulunterricht (lesen, schreiben, rechnen) und – ganz wichtig – eine handwerkliche Ausbildung. Das Angebot ist vielfältig: Schlosser, Kfz-Mechatroniker, Bäcker, Lackierer, Schreiner, Tischler. Diese Abteilungen schauten sich die Teilnehmer im Rahmen der Führung an. “Und das war echt schon beeindruckend.”, sind sich die Pilger einig.

Ein eigenes Kennzeichen für den Papst

Wie finanziert sich das ganze denn eigentlich? – Diese Frage kann vor Ort schnell erklärt werden. Die Jugendlichen müssen nämlich kein Schulgeld zahlen. Das ist so: In der Schule in Chapala werden alle Kennzeichen von Panama hergestellt. Jedes Jahr muss man ein neues Kennzeichen kaufen und die werden alle dort produziert. Der Staat kauft diese Kennzeichen für 5 Dollar ab, und dann werden sie für 30 bis 100 Dollar an den “Endnutzer” weitergegeben. Auch für das Papamobil des Papstes, für den Weltjugendtag, wurde das Kennzeichen hier hergestellt. “Hier gibt’s halt keine Kfz-Steuer, sondern das wird über diese Nummernschilder, die du einmal im Jahr kaufen musst, finanziert. Und dieses Jahr ist auch ein besonderes Weltjugendtagslogo auf den Kennzeichen mit aufgedruckt. Richtig cool.”, ergänzt Michael.

Nummernschilder für Panama.

Nummernschilder für Panama. Foto: Susen Walter

 

Frischer Anstrich gefällig? Wir machen das!

Frischer Anstrich gefällig? Wir machen das! Foto: Susen Walter

Nach der Führung stand Streichen auf dem Plan. Die Gruppe wurde dabei aufgeteilt, weil es erstens nicht so viel Material gab und auch nicht so viel zu streichen war. Insgesamt vier Klassenzimmer wurden mit frischer Wandfarbe versorgt. “Anstreichen war okay, aber anstrengend, weil es super heiß war.”, fasst Susen zusammen. Der andere Teil der Gruppe war im Kinderheim, in dem aufgrund der Ferien nicht mehr viele Kinder untergebracht waren. Die restlichen Säuglinge und behinderten Kinder haben einen schönen Nachmittag mit unseren Pilgern verbracht. Man hat mit den Kindern gespielt und beim Füttern geholfen.

Viele Nationen vereint

Nach dem Anstreichen sollte um 18 Uhr dann Messe sein. Die wurde dann etwas nach hinten verschoben, weil so spät noch Leute angekommen sind und die Begrüßung mit den verschiedenen Nationen sehr ausführlich ausfiel. Susen und Rebekka zählen auf: “Hier sind Leute aus Kolumbien, Nicaragua, Guatemala, Costa-Rica, Panama, El Salvador – und eben wir”.

Stimmungsvoller, gemeinsamer Abend.

Stimmungsvoller, gemeinsamer Abend. Foto: Susen Walter

 

Die Messe wurde schließlich dann sehr ausführlich gefeiert, inklusive deutscher Übersetzung. Anschließend gab es einen rund dreistündigen Willkommensabend mit ordentlich Programm und Tänzen der Einwohner in Tracht.

Zum Abendessen entdeckten unsere Pilger Neues aus der regionalen Küche. 😉 “Es gab irgendwas eingewickelt in ein Bananenblatt, gezupftes Fleisch, eine Hühnchenkeule in Panade, die ganz lecker war und so etwas wie ein Kartoffelrösti, nur aus Mais. Zum Nachtisch gab’s Milchreis mit Zimt.” Nach der Stärkung und dem programmreichen Tag hieß es nur noch schnell duschen und ab ins verdiente Bett.

Heute morgen ging es um 7:15 Uhr Ortszeit weiter – direkt mit Sport. Wir sind gespannt, was uns die Gruppe die nächsten Tage so berichten wird. 🙂

Vielen Dank an unsere Pilger für die Informationen, die Fotos und die Eindrücke.

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