Hl. Cosmas und Damian ist die neue Pfarrei im Essener Nordosten

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Bischof Overbeck feiert an Fronleichnam mit Gläubigen auf dem Altenessener Karlsplatz und hunderten Christen vor Leinwänden und an Bildschirmen einen Freiluft-Gottesdienst zur Gründung der Pfarrei. Neuer Pfarrer ist Ingo Mattauch, der zuletzt in Gelsenkirchen-Schalke tätig war.

Bei einem Freiluftgottesdienst auf dem Altenessener Karlsplatz hat Bischof Franz-Josef Overbeck am Fronleichnams-Nachmittag mit zahlreichen Gläubigen vor Ort sowie hunderten Christen vor Leinwänden und an Bildschirmen die Gründung der neuen Essener Pfarrei Hl. Cosmas und Damian gefeiert. Zugleich wurde Pastor Ingo Mattauch als Pfarrer der neuen Pfarrei im Essener Norden und Nordosten eingeführt. Entstanden ist Hl. Cosmas und Damian aus den bisherigen Nachbarpfarreien St. Johann Baptist im Stadtteil Altenessen und St. Nikolaus im Essener Nordosten.

„Einen besseren Ort hätten Sie nicht finden können“, sagte Bischof Overbeck angesichts der Gründungsmesse unter freiem Himmel, im Schatten des Marienhospitals und der bisherigen Pfarrkirche St. Johann Baptist. „Dieser Ort steht für Veränderung – und für Entwicklung“, so Overbeck. Mattauch und er gingen während der Feier mehrfach auf die Konflikte und Verletzungen ein, die es gerade in der Gemeinde St. Johann Baptist angesichts der Pläne gegeben hatte, die Kirche für eine Krankenhauserweiterung zu verkaufen. Nachdem die Klinik-Pläne aufgegeben wurden, bleibt die Gesundheitsversorgung im Essener Norden nicht nur für die Pfarrei ein Thema. Zumal diese sich just nach den beiden Essener Stadtpatronen Cosmas und Damian benannt hat, die in der Kirche als selbstlose Ärzte verehrt werden.

Gute ökumenische Zusammenarbeit
„Heilung“, wie die beiden antiken Mediziner sie aus ihrem christlichen Glauben heraus angeboten hätten, sei im Essener Norden aber nicht nur ein medizinisches Thema, hob Mattauch hervor. Beispielhaft verwies er auf den „Gabenzaun“, den katholische und evangelische Christen regelmäßig auf dem Karlsplatz einrichten. Seit Beginn der Coronakrise versorgen sich Bedürftige dort kontaktlos mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und anderen dringend benötigten Dingen, die zuvor von Menschen aus dem Essener Norden gespendet und von den Christen sortiert und verpackt wurden. Dass dies – in Sichtweite der evangelischen Alten Kirche – nur eines von vielen ökumenische Projekten ist, machten die beiden evangelischen Pfarrerinnen Annette Stolte (Katernberg) und Ellen Kiener (Altenessen) in ihrem Grußwort deutlich. Pfarrer Mattauch freut sich auf die Zusammenarbeit und betonte: „Wer als evangelische Christin oder Christ an Fronleichnam in einen katholischen Gottesdienst kommt, dem liegt wirklich etwas an der Ökumene.“

Bischof Overbeck: „Menschen sehnen sich nach Gemeinschaft“
In seiner Predigt stellte Bischof Overbeck die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Gerade in der Corona-Pandemie sei deutlich geworden, wie sehr sich die Menschen danach sehnen. Es sei „Zeichen einer lebendigen Kirche, dass sie Gemeinschaft ermöglicht“, betonte Overbeck. So sei es nicht nur eine Aufgabe für die neue Pfarrei, sondern für die ganze Kirche, „einen neuen Sinn dafür zu finden, Gemeinschaft zu leben“. Wo – gerade im Essener Norden – traditionelle Gemeinschaftsformen wie der Bergbau weggebrochen seien, „müssen wir neue Formen von Gemeinschaft finden“. Mit Blick auf den Streit um die Kirche St. Johann Baptist rief Overbeck dazu auf „Wege der Versöhnung“ zu gehen. „Blicken Sie dabei nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorn!“

Pfarrer Mattauch möchte „eine Kirche mitten in der Welt“
Mattauch, der in den vergangenen Jahren in der Gelsenkirchener Nachbarpfarrei St. Joseph unter anderem im Stadtteil Schalke viele sozialpastorale Akzente gesetzt hat, machte auch auf dem Karlsplatz deutlich, dass er mit den Katholiken im Essener Norden „eine Kirche mitten in der Welt“ sein wolle. Dazu gehöre die soziale Arbeit ebenso wie politisches Engagement für die Menschen im Stadtteil. Der neue Pfarrer dankte Domkapitular Michael Dörnemann, der die Altenessener Pfarrei in den vergangenen sieben Monaten als Interims-Verwalter geleitet hat und dabei „erste gute Gespräche“ hin zu Versöhnung und Verständigung führen konnte. Erste Ergebnisse dieser Gespräche waren am Rande der Feier zur Pfarreigründung sichtbar: Zahlreiche Gläubige, die sich mit der Initiative zum Erhalt der Kirche St. Johann Baptist in den vergangenen Jahren zeitweise gegen die Gremien der Pfarrei gestellt hatten, beteiligten sich nun – neben Dutzenden anderen Helfern aus allen Gemeinden der neuen Pfarrei – tatkräftig an der Durchführung der aufwändigen Freiluftveranstaltung.

Text: Thomas Rünker (Bistum Essen)
Fotos: Achim Pohl (Bistum Essen)

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